Wohin mit den Händen?

Gebende Hand

Wie Sie Ihre Hände für einen überzeugenden und sympathischen Auftritt einsetzen

Hände sind großartig. Wir benutzen sie beim Arbeiten, beim Essen, beim Zähneputzen und abends, wenn wir dem Nachwuchs über den Kopf streicheln. Hände unterstreichen unsere Rede.

Sie sind immer für uns da, ohne dass wir sie groß zur Kenntnis nehmen. Außer wir stehen auf der Bühne. Dann wissen wir nicht wohin mit ihnen.

Hände senden Signale

Besonders dringlich taucht die Frage nach den Händen auf, wenn Manager eine Keynote-Rede halten: wenn sie etwa eine unternehmerische Vision präsentieren, eine Strategie verdeutlichen oder für ein neues Projekt begeistern wollen. Inzwischen gehört es zum guten Ton, keine Karten oder andere Hilfsmittel mit auf die Bühne zu nehmen. Die Erwartungen des Publikums sind gestiegen. Für die Hände gibt es keine Unterstützung mehr.

So ganz ohne Aufgabe führen die Hände plötzlich ein Eigenleben. Sie liegen zum Beispiel eng am Körper an – für die Zuschauer ein untrügliches Zeichen für den Tiefstatus des Sprechers. Er will sich anpassen, so die Botschaft. Doch Menschen folgen Menschen, die mit Entschiedenheit und Leidenschaft reden. Hände in mittlerer Körperhöhe bilden die gestische Entsprechung.

Die Gestik ist keinesfalls nebensächlich oder gar Dekoration. Sie ist integraler Bestandteil unserer Kommunikation. Hätten Sie das gedacht? Die Gestik wirkt sogar auf das Selbst-Gefühl des Sprechers zurück. Auch die Stimme ist stark mit der Gestik verbunden.

Reden Sie also bitte nicht nur mit dem Mund. Erschließen Sie sich den Raum akustisch und visuell, mit Stimme und Händen – für einen kraftvollen, überzeugenden Auftritt.

Die offene und geschlossene Grundposition

Gerade Manager mit langer Berufserfahrung haben sich im Laufe ihrer Karriere eine Grundposition angewöhnt: Viele halten die Arme in der Körpermitte, die Hände ineinander verschränkt.

Halten Sie sich einmal diese Haltung als Bild vor Augen: Empfinden Sie sie als einladend? Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Geschäftspartner zu Gast und sagen: „Möchten Sie einen Kaffee?“ Ich wette, Sie haben Ihre Hände zu einer einladenden Geste geöffnet. Achten Sie doch beim nächsten Mal darauf.

Mit dieser offenen, wertschätzenden, gebenden Geste können Sie auch auf der Bühne arbeiten. Halten Sie die Hände etwa in der Körpermitte und richten Sie die Handflächen locker nach oben. Die Geste wirkt einladend, offen, sympathisch und wird weltweit verstanden. Sie erhöht Ihren Status und verschafft Ihnen Respekt.

Drei Empfehlungen für Ihren Auftritt

Mit der Gestik sollten Sie eine Weile arbeiten bis sie sich für Sie selbstverständlich und leicht anfühlt:

  • Lassen Sie Ihre Gesten spontan entstehen und behalten Sie sie über mehrere Sätze bei. Lernen Sie, nicht immer wieder sofort in die Grundposition zurück zu gehen.
  • Sie müssen nicht immer beide Hände benutzen. Wenn Sie fürchten, zu sehr „herumzufuchteln“, lassen Sie eine Hand locker zur Seite hängen.
  • Vermeiden Sie es, auf der Bühne zu wandern wie ein ruheloser Tiger. Nehmen Sie einen Ort ein und setzen Sie Ihren Gang lieber bewusst und sparsam ein. Zusammen mit bewusst eingesetzter Gestik unterstreicht dies Ihre Souveränität und überzeugende Wirkung.
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